Termin beim Behindertenbeirat München

Patricia Koller/ Februar 5, 2020/ Aktivistin

Foto: Reinhold Roppert

Der Vorstand des Behindertenbeirats München lud ein zum “Politiker*innen-Sensibilisierungs-Check”.
Rita Braaz und ich waren als Stadtratskandidatinnen für DIE LINKE mit dabei.
Kurz nach der Ankunft erhielten wir eine Broschüre mit den Forderungen des Behindertenbeirats zur Kommunalwahl 2020.

Bei dem Erlebnis-Treffpunkt konnte man ausprobieren, wie sich verschiedene Behinderungen anfühlen. Wie ist es, mit dem Rollstuhl zu fahren? Der Test machte bei mir keinen Sinn, da ich ja schon mit dem Rolli kam, aber Rita machte eine Runde im Rollstuhl zum Marienplatz mit.

Wie fühlt es sich an, wenn man gehörlos oder blind ist? Dazu gab es ebenfalls zwei angeleitete Führungen.
Obendrein gab es noch eine Aufklärung in Sachen “Leichte Sprache”, damit man sich auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten leicht verständlich ausdrücken kann.

(Auf dem Bild oben von links nach rechts: Nadja Rackwitz-Ziegler, Cornelia von Pappenheim, Patricia Koller und Rita Braaz)

Foto: Reinhold Roppert

Während des Termins ergaben sich auch noch mehrere nette Gespräche am Rande.

Die Forderungen des Behindertenbeirats, die sich auch mit meinen decken, sind:

  1. Umfassende Barrierefreiheit städtischer Theater, Vorstellungs- und Konzerträume
  2. Öffentliche „Toiletten für alle“ flächendeckend für München
  3. Barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit aller Verkehrsmittel des ÖPNV für Menschen aller Behinderungsarten
  4. Abbau von Barrieren im Wohnungsbestand
  5. Barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit aller Münchner Schwimmbäder
  6. Ein wirklich barrierefreies Hotel – Chancen in Freiham kurzfristig nutzen
  7. Umfassende Barrierefreiheit städtischer Museen und Tierparks
  8. Einführung barrierefreier Citybusse für die Innenstadt
  9. Schulsozialarbeit an allen Schulen, damit dort Inklusion wirklich gelingen kann
  10. Förderung und Unterstützung inklusiver Wohnformen ohne bürokratische Hemmnisse
  11. Neue Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen bei der Stadt München
  12. Ein Haus für Münchner Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen als Austausch- und Eigeninitiativ-Zentrum

Ich hätte dazu allerdings auch noch einige eigene wie z.B. Bürokratieabbau in den Sozialbehörden, denn auch Bescheide, die 20 Seiten Umfang haben, sind meines Erachtens nicht barrierefrei. Bei Behördendeutsch (ich nenne es gerne Behördiotisch) verzweifeln viele, weil es unverständlich ist. Weniger Behörden-Schikane, sondern mehr Selbstbestimmung ermöglichen! Behörden wie der Bezirk Oberbayern sollten endlich der Vergangenheit angehören, weil sie rückständig und behindertenfeindlich sind. Das tyrannische Verhalten des Bezirks Obb. entspricht nicht der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die SZ berichtet zu dem Termin: Der Behindertenbeirat fordert Einsatz gegen alltägliche Stolperfallen

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